Reißwolf Trophy, 22. Mai 2010
Die Reißwolf-Trophy ist eine etablierte Langstreckenregatta für Strandkatamarane in der Lübecker Bucht, veranstaltet vom Katamaran Club Scharbeutz YCSO. Die Langstrecke geht dann zunächst Richtung Travemünde, danach ist ein Kurs Richtung Grömitz und zurück Richtung Scharbeutz abzusegeln.
Regattabericht
Am 22.05. fanden sich um 09.00 Uhr alle Crews der 7 teilnehmenden Schiffe zu einem kurzen Skippermeeting in der Ancora Marina ein. Die Wettervorhersage versprach Winde um 6 Knoten, gegen Nachmittag leicht zunehmend bei mittlerer Bewölkung. Auf dem Weg zur Startlinie war die Sicht sehr schlecht - graue Suppe ringsherum, aber alle waren rechtzeitig am Startschiff und das Rennen wurde bei 1-2 Bft gestartet.
Nach einer kurzen Startkreuz ging es auf eine Downwindstrecke Richtung „Pfahl" vor Travemünde. Von dort segelten wir von leichtem Regen erfrischt eine lange Kreuz Richtung Regattatonne vor Pelzerhaken. Jürgen Zimmermann setzte sich mit seinem Screacher eindrucksvoll an die Spitze des schon weit auseinander gezogenen Feldes. Von Pelzerhaken ging es halbwind Richtung Seebrücke Grömitz, dann bei auffrischendem Wind spitz downwind zurück nach Pelzerhaken. Das machte mächtig Laune, die aber leider vor Pelzerhaken schlagartig getrübt wurde. Kurz hinter der Tonne lag die komplette Lübecker Bucht in einer üblen Flaute. Hier hätte ein schönes Rennen zu Ende gehen, oder die verkürzte Bahn angezeigt werden können. Die Wettfahrtleitung entschied sich aber bei der langen Bahn zu bleiben, also ging es wieder Richtung Pfahl Travemünde wo die vorderen Schiffe endgültig einparkten, und sich das Feld komplett wieder zusammen schob. Ich habe nicht auf die Uhr gesehen, aber ich schätze dass wir etwa 1,5 Stunden für ca. 300 Meter benötigten um den Pfahl zu runden - Wind NULL umlaufend ...
Irgendwann hörten wir 3 Schallsignale, abgegeben von einem Motorboot dass auf das Feld zufuhr. Flaggen waren aber nicht zu sehen, also waren wir unschlüssig was zu tun ist. Ich hatte das Gefühl dass jeder auf den anderen schaute, aber den Sport Kats blieb ja gar nichts anderes übrig als auf wieder einsetzenden Wind zu warten. Irgendwann war die jeweilige Schmerzgrenze erreicht und die ersten 5 Schiffe brachen die Wettfahrt ab. Eine Wettfahrt ist aber erst zu Ende wenn die Wettfahrtleitung einen Abbruch verkündet hat oder ins Ziel gesegelt wird - das Motorboot dass die 3 Huptöne abgegeben hat gehörte nicht zur Wettfahrtleitung und 2 Schiffe aus unserer Gruppe schafften es ins Ziel. Hier zeigte sich dass erfahrene Fahrtensegler ein übles Flautenloch viel besser ertragen können als Rund-um-die-Tonnen-Regattasegler.
Congratulations also den Gewinnern nach berechneter Zeit :
1. Platz : Mathias Rosenkranz auf Corsair 24 MK II
2. Platz : Georg Kruse auf Corsair 27
Es hätte so schön sein können, nach der Regatta ein gemeinsamer Chill-Out auf unseren Booten und dann anschließend eine entspannte Siegerehrung - leider kam die Gemeinsamkeit viel zu kurz, da es sehr spät geworden war. Die Ankunftszeiten im Hafen lagen weit auseinander und die Teams haben sich rasch verlaufen.
Kleiner Spaß am Rande - in der Ausschreibung fehlte leider ein Zeitlimit. Zuletzt fuhr ein Sportkat gegen 21.00 Uhr ins Ziel, der sich weigerte das Rennen abzubrechen. Die Siegerehrung fiel deshalb an diesem Abend aus, der Wettfahrtleitung waren in dem Fall die Hände gebunden ;-) ...
Herzlich Euer
Regattawart Thomas